In meiner Arbeit als systemische Supervisorin, Coach und Organisationsberaterin begegne ich immer wieder Fragen, die viele Menschen beschäftigen. In dieser Rubrik teile ich Gedanken, Erfahrungen und fachliche Impulse zu Supervision, Führung, Zusammenarbeit und Teamentwicklung.
Die Beiträge laden Sie vielleicht dazu ein, den eigenen Arbeitsalltag aus einer neuen Perspektive zu betrachten..
Wenn ich ich mit Team oder Einzelpersonen arbeite, beginnt ich häufig mit einer einfachen Frage: was ist eigentlich Supervision?
Der Begriff setzt sich us den Wörtern Super und Vision zusammen. Wörtlich verstanden bedeutet er, mit Abstand „von oben“ auf das berufliche Geschehen zu blicken. Dabei geht es nciht darum, Menschen zu bewerten, sondern Strukturen, Abläufe, Rollen und Zusammenarbeit bewusst in den Blick zu nehmen.
Diese Perspektive eröffnet Möglichkeiten, den Arbeitsalltag gemeinsam zu reflekieren und neue Handlungsspielräume zu entdecken.
Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit folgenden Fragen:
Supervision bedeutet für mich, gemeinsam sich die Zeit zu nehmen und die Zusammenarbeit bewusst zu betrachten. Sie schafft einen geschützten Raum, in dem Fragen gestellt werden können um unterschiedliche Sichtweisen gehört und neue Lösungen entwickelt werden können.
Aus meiner Sicht ist supervisiob deshalb ein Qualitätsmerkmal professioneller Zusammenarbeit. Teams und Organisationen profitieren davon, sich regelmäßig Zeit für Reflexion zu nehmen - nicht erst dann, wenn Konflikte bereits eskaliert sind. Wer die Zusammenarbeit in bestimmten Abständen überprüft, kann Veränderungen frühzeitig wahrnehmen und gemeinsam gestalten.
In meiner Praxis erhalte ich allerdings oft Anfragen, wenn eine Krise bereits spürbar ist. Auch dann ist supervisiob eine wertvolle Unterstützung. Unterschiedliche Haltungen können sichtbar werden, Konflikte lassen sich konstruktiv bearbeiten und gemeinsam können neue Wege entwickelt werden.
Ich erlebe immer wieder, dass Veränderungen oft erst durch Konflikte angestoßen werden. Deshalb müssen Konflikte nicht ausschließlich als Belastung verstanden werden. Sie können auch eine Einladung sein, Gewohntes zu hinterfragen und gemeinsam eine tragfähige Zusammenarbeit abzustimmen.
Supervision ist daher für mich mehr als Konfliktbearbeitung. Sie ist ein Instrument der Qualitätssicherung, der persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung sowie Gestaltung guter Zusammenarbeit - für Einzelpersonen, Teams und Organisationen.
Systemisch“ ist ein Begriff, der häufig verwendet wird – und doch fragen sich viele Menschen, was genau damit gemeint ist.
Als Systemikerin ist es mir wichtig, immer das gesamte System im Blick zu behalten. Im Coaching oder in der Supervision geht es deshalb nicht nur um die einzelne Person oder ein aktuelles Problem. Ebenso wichtig sind die Strukturen der Organisation, die Zusammenarbeit im Team und die Rahmenbedingungen, in denen Menschen handeln.
Unser Verhalten entsteht nie losgelöst von seinem Umfeld. Der berufliche Kontext, Rollen, Erwartungen und Beziehungen beeinflussen unser Handeln – genauso wie unser Handeln wiederum Auswirkungen auf andere Menschen hat.
Bei einer Fallsupervision richte ich den Blick deshalb nicht ausschließlich auf die betreffende Person. Gemeinsam betrachten wir auch das Umfeld: Welche Rolle spielen Familie, Schule, Arbeitsplatz oder andere beteiligte Institutionen? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen ihnen?
In der systemischen Beratung sprechen wir von Zirkularität. Damit ist gemeint, dass Verhalten keine Einbahnstraße ist. Menschen reagieren auf ihr
Umfeld und beeinflussen dieses gleichzeitig wieder durch ihr eigenes Verhalten. So entstehen Wechselwirkungen, die sich mit der Zeit verfestigen können.
Viele unserer Verhaltensweisen haben sich irgendwann einmal als hilfreich erwiesen. Sie geben Sicherheit, schaffen Routinen und helfen dabei, mit
Herausforderungen oder Konflikten umzugehen. Gleichzeitig lohnt es sich, immer wieder zu hinterfragen, ob diese Muster heute noch hilfreich sind oder ob sie einer Veränderung im Weg stehen.
Manchmal genügt schon eine kleine Anpassung, um neue Möglichkeiten zu eröffnen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt systemischer Beratung ist die Frage, ob hinter einem offensichtlichen Thema noch etwas anderes liegt. Häufig zeigt sich
im Beratungsprozess, dass das zunächst benannte Problem gar nicht der eigentliche Kern ist. Wenn wir beginnen, Zusammenhänge zu erkennen und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen, entstehen
oft neue Einsichten und tragfähige Lösungen.
Für mich bedeutet systemisches Arbeiten deshalb vor allem eines: Menschen, Teams und Organisationen nicht isoliert zu betrachten, sondern in ihren Beziehungen, Wechselwirkungen und Möglichkeiten. Denn oft verändert sich bereits etwas Entscheidendes, wenn wir beginnen, das Ganze in den Blick zu nehmen.
SystemCharakter
Systemische Praxis für Coaching, Supervision und Organisationsberatung
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